Ehrlich gesagt, wusste ich vor kurzem auch noch nicht wo Lichtenwalde liegt. Ein paar Kilometer nordöstlich von Chemnitz bettet sich der Ort in hügeliges Grün. Nicht weit von der A4 steht dort neben einem prunkvollen Barock-Schloss auch eine Dependance einer bekannten Hotelkette. Mit Best Western verbinde ich solide Hotelkost ohne größere Enttäuschungen – aber auch ohne Beglückungsmomente. Im Fall Lichtenwalde darf ich mich korrigieren!
Workshops sind eine heikle Sache, da sie mit mehr Unwägbarkeiten verbunden sind als Seminare. Das Tagungshotel bzw. die Räumlichkeiten sollten den Unsicherheitsfaktor nicht vergrößern. Gemeinhin nehme ich immer viel Moderationsmaterial mit, denn was in Hotels angepriesen und dann doch nicht da ist, wäre ein eigenes Büchlein wert. In Lichtenwalde wurde ich aufs Freundlichste begrüßt, der Seminarraum wurde mir sofort geöffnet – er zeigte sich wunderbar lichtdurchflutet mit weitem Blick auf sächsisches Sommergrün.
Perfekt ausgestattet bis zu Flipchartstiften und klugen Abdunklungsfunktionen. Als ich meinte, die klassische Vortragsbestuhlung ändern zu wollen, wurde ich sofort unterstützt. „Und wenn Sie noch etwas brauchen: ich bin hier auf dem Stockwerk und stets gerne für Sie da.“ Das klang nicht abgespult, sondern wie ein Herzensbekenntnis. Und das weitere Serviceerleben untermauerte diesen Eindruck. Dazu Teebar und Eiswasser vor dem Raum: Mein stets im Vorfeld von solchen Veranstaltungen leicht erhöhter Blutdruck senkte sich: hier kümmert man sich um mich; ich hab´den Rücken wirklich frei für´s Wesentliche. So intensiv wie in Lichtenwalde hatte ich dies Gefühl in den letzten 18 Jahren selten! Die Unterbringung ist einfach (wobei dem Vernehmen nach eine Renovierung geplant ist), aber Küche und Speisesaal erfreuen einen auch nach der Tagung nachhaltig. Ich hoffe, es ergibt sich die Gelegenheit zu einem erneuten Besuch! Den Kollegen kann ich das Haus nur ans Herz legen…