Glück des Coaches

Gerade als Dienstleister sollte man sich manchmal fragen, warum man  – jenseits des Geldes – das tut, was man tun. Ich würde meine Antwort in drei Worte fassen: Glück des Helfens!

Anders als in Seminaren sind Coachingkontakte nicht von Flüchtigkeit gekennzeichnet. Man kann das Vertauen „beim Gedeihen“ quasi beobachten. Aus der empathischen Tastbewegung, die Ziele, Beschwernisse und Stimmungen des Coachees richtig zu verstehen, gelangt man in die offene See der explorativen Fragen. Und dann, wenn diese offene See  das Miteinander zwischen Coachee und Coach weiter gefestigt hat, kann man die alte Hebammenkunst (Mäeutik) des richtigen Fragens auch einmal hinter sich lassen und zu einem „vielleicht sollten Sie einmal..“-Vorschlag kommen, ohne in den Verdacht anmassender Stellvertreterhandlung zu gelangen.

Kommt es nun im Zuge des Prozesses  zu einem Aha-Erlebnis beim Coachee („da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen„; „Jaaa, daaas ist es!„) so nehme ich eine Endorphinausschüttung bei mir selbst wahr, die ich nur als Glück beschreiben kann. Dieser vom Coachee mit mir geteilte „Heureka-Effekt“  ist neben der persönlichen Neugier, die sich frei an jedem neuen Coachee abarbeiten darf,  die wichtigste Glücksbelohnung, die ich in meinem Beruf geniessen kann. Und diese Freude produziert ganz oft einen positiv-verstärkenden Rückkoppelungseffekt bei meinen Coachees: sie gehen ihr neues Ziel, ihre neue Haltung noch ein bisschen couragierter an, als wenn sie mit ihrer Erkenntnis allein geblieben wären.